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Vier Pfoten für mehr Motivation: Warum Bürohunde auch im öffentlichen Dienst eine gute Idee sind!

In einer zunehmend stressigen Arbeitswelt suchen viele Organisationen nach Möglichkeiten, das Wohlbefinden und die Motivation ihrer Mitarbeitenden zu steigern. Doch was, wenn die Lösung auf vier Pfoten daherkommt? Bürohunde erobern immer mehr Arbeitsplätze und sorgen für ein positives Arbeitsklima, bessere Kommunikation und weniger Stress im Arbeitsalltag. Aber wie passt ein Hund in die Struktur des öffentlichen Dienstes?

Zahlen, Daten und Fakten

Aktuelle Studien unterstreichen die wachsende Bedeutung von Bürohunden für das Arbeitsumfeld. Laut einer Umfrage des Bundesverbands Bürohund e.V. aus Mai 2023[1] ergab, dass etwa 47 % aller deutschen Arbeitnehmenden, die im Büro arbeiten, mindestens einen Hund haben. Dabei hat lediglich etwa jeder zweite Mitarbeitende die Möglichkeit, seinen Hund mit ins Büro zu nehmen. Interessant ist die Verteilung innerhalb der Altersgruppierungen nach der Umfrage. Demnach besitzen eher jüngere Mitarbeitende in Büros einen Hund als ihre älteren Kollegen. In der Altersgruppe von 30 – 39 Jahren besitzen rund 62 % einen Hund.

In Zeiten des Fachkräftemangels müssen die Maßnahmen zur Mitarbeitendenakquise kreativer werden. Laut der bereits genannten Umfrage[2] würden rund 34 %, also mehr als ein Drittel der Büromitarbeitenden, die ihren Hund bislang nicht mit zur Arbeit nehmen dürfen, ihren Job wechseln, wenn ihr Hund sie dadurch begleiten darf. Gerade im Bereich der öffentlichen Verwaltung könnte man durch den Bürohund also die Arbeitgeberattraktivität steigern. Genau das war auch der Gedanke von CDU- und SPD-Fraktion im Berliner Parlament. Die Fraktionen stellten am 14.02.2024 den Antrag, eine Musterdienstvereinbarung für Bürohunde zu verfassen, die das Mitbringen von Hunden am Arbeitsplatz regelt.[3] Diese sollte Senats- und Bezirksverwaltung sowie landeseigenen Unternehmen zur Verfügung gestellt werden.

Aber wie wirkt sich der Bürohund auf den Büroalltag aus?

Ein Bürohund kann wie ein natürlicher Stressmanager wirken. Seine Anwesenheit am Arbeitsplatz kann das Stressniveau der Mitarbeitenden signifikant senken. Eine Studie der Virginia Commonwealth University ergab, dass Mitarbeitende, die ihre Hunde mit ins Büro brachten, im Tagesverlauf weniger Stress empfanden als jene ohne Hunde. Zusätzlich fördert der Kontakt mit Hunden die Ausschüttung von Oxytocin, einem Hormon, das Stress reduziert und Wohlbefinden steigert.[4]

Bürohunde animieren zu regelmäßigen Bewegungspausen, wie Spaziergängen während der Mittagspause oder kurzen Gassirunden. Diese Aktivitäten fördern die Gesundheit, steigern die Konzentration und erhöhen die Produktivität der Mitarbeitenden. Laut dem Bundesverband Bürohund e. V. kann die Anwesenheit von Hunden im Büro zu mehr körperlicher Aktivität beitragen und somit das Risiko von Bewegungsmangel-bedingten Erkrankungen verringern.[5]

Hunde im Büro fördern die Interaktion zwischen Kolleginnen und Kollegen. Sie dienen als Gesprächsanlass und erleichtern den Austausch, was zu einem verbesserten Betriebsklima führt. Eine Studie der Universität Uppsala zeigt, dass Hunde als soziale Katalysatoren wirken und die Kommunikation am Arbeitsplatz fördern. [6]

Trotz der zahlreichen Vorteile gibt es auch kritische Stimmen, wenn es um Bürohunde geht. Diese Bedenken sollten jedoch nicht von vornherein abschreckend wirken, denn mit den richtigen Maßnahmen können sie effektiv ausgeräumt werden.

Die wichtigste Maßnahme bei der Integration eines Bürohundes lautet sicherlich: gegenseitige Rücksichtnahme. Ein respektvoller Umgang mit den Bedürfnissen aller Mitarbeitenden ist unerlässlich, um ein harmonisches Miteinander zu gewährleisten. Insbesondere bei Themen wie Hundehaarallergien oder Ängsten vor Hunden muss im Einzelfall eine Lösung gefunden werden, die alle Beteiligten berücksichtigt.

Eine mögliche Regelung könnte darin bestehen, dass ein Hund in dem speziellen Fall nicht mitgebracht werden darf, wenn ein direkter Büronachbar allergisch reagiert oder Angst vor Hunden hat. Alternativ könnten flexible Vereinbarungen getroffen werden: So wäre es beispielsweise denkbar, dass der Hund nur an den Home-Office-Tagen des betroffenen Kollegen ins Büro kommt.

Im öffentlichen Dienst könnten außerdem bürokratische Hürden wie Haftungs- oder Versicherungsfragen die Einführung von Bürohunden erschweren. Eine klare Dienstvereinbarung, wie sie beispielsweise in Berlin angedacht ist, schafft hier Abhilfe. Solche Regelungen könnten Haftungsfragen klären, Hygieneauflagen definieren und Zuständigkeiten regeln.[7] Pilotprojekte in einzelnen Abteilungen könnten zudem dazu beitragen, Erfahrungen zu sammeln und Herausforderungen frühzeitig zu erkennen.[8]

Nach einem Blick auf die Fakten, die Vorteile und die möglichen Herausforderungen zeigt sich klar: Bürohunde können eine wertvolle Ergänzung für den Arbeitsalltag sein. Ihre positive Wirkung auf das Stresslevel, die Kommunikation und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden macht sie zu einem echten Gewinn. Besonders im öffentlichen Dienst, wo die Arbeitsbelastung hoch ist und der Fachkräftemangel spürbar wird, könnten sie dazu beitragen, die Arbeitgeberattraktivität zu steigern und das Betriebsklima zu verbessern.

Natürlich dürfen die Herausforderungen nicht ignoriert werden. Hygienevorschriften, Allergien oder Ängste vor Hunden erfordern klare Regeln und gegenseitige Rücksichtnahme. Doch mit durchdachten Maßnahmen, wie einer Dienstvereinbarung oder Pilotprojekten, lassen sich pragmatische Lösungen finden, die den Bedürfnissen aller Beteiligten gerecht werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Bürohunde sind kein Wundermittel, aber sie bieten eine einfache und gleichzeitig wirksame Möglichkeit, den Arbeitsalltag zu bereichern – für Mensch und Hund gleichermaßen. Der öffentliche Dienst könnte von dieser Entwicklung profitieren und so nicht nur für die Mitarbeitenden, sondern auch für die Vierbeiner ein modernes und harmonisches Arbeitsumfeld schaffen. Es ist Zeit, den Sprung zu wagen und dem Bürohund einen festen Platz in der Arbeitswelt zu geben.

[1] Vgl. https://bv-bürohund.de/ueber-ein-drittel-der-angestellten-bereit-fuer-buerohund-den-job-zu-wechseln/

[2] Vgl. ebenda

[3] Vgl. https://www.parlament-berlin.de/ados/19/IIIPlen/vorgang/d19-1453.pdf

[4] Vgl. https://bv-bürohund.de/wissenschaftliche-untersuchungen/

[5] Vgl. ebenda

[6] Vgl. ebenda

[7] Vgl. https://www.berliner-zeitung.de/news/pilotprojekt-mit-buerohunden-bezirksamt-spandau-startet-initiative-li.2273635?utm_

[8] Vgl. https://www.berliner-zeitung.de/news/rathaus-zehlendorf-pilotprojekt-buerohunde-beantragt-li.2222641?utm_

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