Hallo liebe Leserinnen und Leser,
im November 2021 wurde hier, im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, bereits über das Thema Homeoffice berichtet. Viele Beschäftigte haben während dieser Zeit, teilweise zum ersten Mal, die Möglichkeit genutzt, aus dem Homeoffice zu arbeiten – in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst. Auch heutzutage wird weiterhin über das Maß an Homeoffice-Möglichkeiten sowie über die Vorteile und Herausforderungen dieser Arbeitsform diskutiert. Was hat sich seitdem im Hinblick auf die Homeoffice-Möglichkeiten und -Nutzung verändert? Was bedeutet „Homeoffice“ konkret und was ist der Unterschied zu mobiler Arbeit und zu Telearbeit?
Wenig überraschend ist vermutlich, dass Homeoffice – im Vergleich zur Situation vor der Pandemie – mittlerweile stärker in Anspruch genommen wird: Nach den veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes haben im Jahr 2023 23,5 % der Erwerbstätigen in Deutschland gelegentlich die Möglichkeit genutzt, aus dem Homeoffice zu arbeiten.[1] Im Jahr 2019 waren es noch 12,8 % der Erwerbstätigen.[2]
Und was hat sich im Vergleich zur Situation während der Pandemie verändert? Es ist eine, wenn auch geringfügige Veränderung erkennbar: Der genannte Anteil von 23,5 % der Erwerbstätigen im Jahr 2023 ist im Vergleich zu den beiden vorherigen Jahren – 2022 und 2021 – lediglich etwas gesunken.[3]
Interessant ist auch ein Blick auf die Zahlen zum Umfang der Homeoffice-Nutzung. Seit der Pandemie hat sich der Umfang der Homeoffice-Nutzung verringert. So arbeiteten 26 % der Erwerbstätigen, die grundsätzlich Homeoffice nutzen, im Jahr 2023 ausschließlich aus dem Homeoffice – ein geringerer Anteil als noch in den Jahren 2020 bis 2022.[4] In den stark durch die Corona-Pandemie geprägten Jahren 2020 und 2021 lag dieser Anteil bei 40 %.[5]
Wie häufig (bzw. wie selten) Homeoffice genutzt wird, unterscheidet sich je nach Branche zum Teil stark. Der Anteil der abhängig Beschäftigten, die mindestens gelegentlich aus dem Homeoffice arbeiten, war mit 74,7 % im Bereich der IT-Dienstleistungen im Branchenvergleich im Jahr 2023 am höchsten.[6] Zum Vergleich: der Anteil in der Öffentlichen Verwaltung beispielsweise lag bei 34,4 %.[7]
Homeoffice, mobiles Arbeiten und Telearbeit – wo liegt eigentlich der Unterschied?
Der Begriff der Telearbeit ist in § 2 Abs. 7 der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) definiert. Kennzeichnend für die Telearbeit als Arbeitsform ist u. a., dass der Beschäftigte seine Arbeit
- außerhalb des Betriebs leistet und
- einen festen Bildschirmarbeitsplatz in seinem Privatbereich erhält (eingerichtet durch den Arbeitgeber).[8]
Darüber hinaus ist geregelt, welche Verantwortung die Arbeitgeber bei der Umsetzung von Telearbeit haben, z. B. hinsichtlich der Ergonomik des Arbeitsplatzes; insgesamt sind bei der Telearbeit die Anforderungen ähnlich hoch wie die, die für den Arbeitsplatz in der Betriebsstätte gelten.[9] Telearbeit gibt es in verschiedenen Organisationsformen, z. B. in Form von alternierender Telearbeit (mit wechselnden Arbeitsplätzen, teils in der privaten Wohnung, teils in der Betriebsstätte) oder ausschließlicher Telearbeit bzw. Teleheimarbeit.[10]
Mobile Arbeit findet ebenfalls an einem Ort außerhalb der Betriebsstätte statt, der von den Beschäftigten entweder selbst ausgewählt oder mit dem Arbeitgeber vereinbart werden kann.[11] Dabei kommen tragbare Endgeräte wie Notebooks o. Ä. zum Einsatz. Mobile Arbeit muss nicht unbedingt vom Telearbeitsplatz in der privaten Wohnung aus erfolgen. Mobile Arbeit kann allerdings aus dem Homeoffice erfolgen, womit das Homeoffice eine mögliche Form von mobiler Arbeit darstellt.[12] Unter dem Begriff Homeoffice fallen Arbeitstätigkeiten des Beschäftigten, die in unterschiedlichem Umfang in der Privatwohnung erfolgen, d. h. auch nur sporadisch oder sogar vollständig.[13]
Arbeitsschutzrechtliche Regelungen wie das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) gelten auch für die mobile Arbeit bzw. die Arbeit vom häuslichen Arbeitsplatz.[14]
Die genannten Arbeitsformen bringen eine Reihe von Chancen und Risiken mit sich: Beispielsweise kann Telearbeit, mobile Arbeit bzw. Homeoffice die zeitliche Flexibilität der Beschäftigten erhöhen (Reduktion von Fahrtzeiten), aber es kann auch zu einem „Verschwimmen“ der Grenzen von Privatleben und Beruf kommen.[15] Es besteht bei diesen Arbeitsformen auch das Risiko, die Kommunikation im Team oder mit Vorgesetzten zu erschweren – vor allem im Hinblick auf die informelle Kommunikation (z. B. spontane bzw. ungeplante Gespräche).[16] Mittagspausen-Gespräche in der Kantine oder andere Gelegenheiten, sich spontan mit Arbeitskollegen auszutauschen oder auch zu diskutieren – gehen diese Interaktionen im Homeoffice nicht verloren?
Aus der Perspektive der Betriebe ergeben sich daraus neue Anforderungen, z. B. andere Wege der Kommunikation, in virtueller Form, bereitstellen zu müssen und den Austausch zwischen den Mitarbeitenden und Führungskräften – trotz räumlicher Distanz – aufrechtzuerhalten.[17]
Homeoffice in der öffentlichen Verwaltung
Auch die öffentliche Verwaltung steht vor der Herausforderung, neue Arbeitsmodelle wie Homeoffice umzusetzen bzw. anzupassen und weiterzuentwickeln. In einer von PwC und der Universität Potsdam im Jahr 2021 veröffentlichten Studie wurden knapp 1.200 Beschäftigte zu verschiedenen Aspekten rund um das Thema Homeoffice in der öffentlichen Verwaltung befragt.[18] 87 % der befragten Personen sind der Ansicht, dass Homeoffice eine wesentliche Rolle dabei spielt, die öffentliche Verwaltung als eine attraktive Arbeitgeberin anzusehen.[19] 61 % der Befragten wünschten sich zukünftig mehr Homeoffice, 70 % der Teilnehmenden gaben an, eine bessere eigene Einstellung zum Homeoffice entwickelt zu haben.[20]
Beim Thema Homeoffice hat sich in den vergangenen Jahren viel verändert. In einer stärker digitalisierten Arbeitswelt verliert die physische Anwesenheit am Arbeitsplatz z. B. im Unternehmen an Bedeutung.[21]
Wie erlebst du das Arbeiten aus dem Homeoffice und die virtuelle Zusammenarbeit im Team? Welche Vorteile und Nachteile hat das Arbeiten von zu Hause aus für dich?
Wir sind jedenfalls neugierig, welche weiteren Entwicklungen es zukünftig in der Arbeitswelt geben wird und wie sich auch unser Arbeitsalltag dadurch möglicherweise verändert.
Euer Blog4Students-Team
[1] Vgl. Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung Nr. N032 vom 26. Juni 2024, zuletzt abgerufen am 02.02.2025 unter https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/06/PD24_N032_13.html
[2] Vgl. ebenda.
[3] Vgl. ebenda.
[4] Vgl. ebenda.
[5] Vgl. ebenda.
[6] Vgl. ebenda.
[7] Vgl. ebenda.
[8] Vgl. Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages: Sachstand Telearbeit und Mobiles Arbeiten, Voraussetzungen, Merkmale und rechtliche Rahmenbedingungen, zuletzt abgerufen am 02.02.2025 unter: https://www.bundestag.de/resource/blob/516470/3a2134679f90bd45dc12dbef26049977/wd-6-149-16-pdf-data.pdf, S. 4.
[9] Vgl. Backhaus, N; Tisch, A.; Beermann, B.: Telearbeit, Homeoffice und Mobiles Arbeiten, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), zuletzt abgerufen am 02.02.2025 unter: https://www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Fokus/Telearbeit-Homeoffice, S. 2 f.
[10] Vgl. Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages: Sachstand Telearbeit und Mobiles Arbeiten, Voraussetzungen, Merkmale und rechtliche Rahmenbedingungen, zuletzt abgerufen am 02.02.2025 unter: https://www.bundestag.de/resource/blob/516470/3a2134679f90bd45dc12dbef26049977/wd-6-149-16-pdf-data.pdf, S. 4.
[11] Vgl. Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Homeoffice, zuletzt abgerufen am 02.02.2025 unter https://www.bmas.de/DE/Arbeit/Arbeitsrecht/Teilzeit-flexible-Arbeitszeit/homeoffice.html
[12] Vgl. Backhaus, N; Tisch, A.; Beermann, B.: Telearbeit, Homeoffice und Mobiles Arbeiten, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), zuletzt abgerufen am 02.02.2025 unter: https://www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Fokus/Telearbeit-Homeoffice, S. 2.
[13] Vgl. Kollmer, N.: Home-Office – Überblick über den aktuellen Fakten- und Meinungsstand, in: ARP 2023, Heft 10, S. 295.
[14] Vgl. Backhaus, N; Tisch, A.; Beermann, B.: Telearbeit, Homeoffice und Mobiles Arbeiten, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), zuletzt abgerufen am 02.02.2025 unter: https://www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Fokus/Telearbeit-Homeoffice, S. 3 ff.
[15] Vgl. Backhaus, N; Tisch, A.; Beermann, B.: Telearbeit, Homeoffice und Mobiles Arbeiten, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), zuletzt abgerufen am 02.02.2025 unter: https://www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Fokus/Telearbeit-Homeoffice, S. 4.
[16] Vgl. ebenda.
[17] Vgl. ebenda.
[18] Vgl. Gelep, A. u. a.: Die Verwaltung im Homeoffice – Erfahrungen, Grenzen und Chancen für die Zukunft der Verwaltung (herausgegeben von PricewaterhouseCoopers GmbH), zuletzt abgerufen am 09.02.2025 unter: https://www.pwc.de/de/branchen-und-markte/oeffentlicher-sektor/pwc-die-verwaltung-im-homeoffice.pdf, S. 3.
[19] Vgl. Gelep, A. u. a.: Die Verwaltung im Homeoffice – Erfahrungen, Grenzen und Chancen für die Zukunft der Verwaltung (herausgegeben von PricewaterhouseCoopers GmbH), zuletzt abgerufen am 09.02.2025 unter: https://www.pwc.de/de/branchen-und-markte/oeffentlicher-sektor/pwc-die-verwaltung-im-homeoffice.pdf, S. 10.
[20] Vgl. Gelep, A. u. a.: Die Verwaltung im Homeoffice – Erfahrungen, Grenzen und Chancen für die Zukunft der Verwaltung (herausgegeben von PricewaterhouseCoopers GmbH), zuletzt abgerufen am 09.02.2025 unter: https://www.pwc.de/de/branchen-und-markte/oeffentlicher-sektor/pwc-die-verwaltung-im-homeoffice.pdf, S. 18.
[21] Vgl. Kollmer, N.: Home-Office – Überblick über den aktuellen Fakten- und Meinungsstand, in: ARP 2023, Heft 10, S. 299.
