Website-Icon

Zwischen Routine und Aufbruch: Ein Vormittag, der nachwirkt

Illustration einer Info-Veranstaltung: Ein Dozent steht vorne im Seminarraum und erklärt Inhalte an einer Tafel. Auf der Tafel stehen Angaben zu Datum, Uhrzeit und Ort der Veranstaltung. Vor Ihm sitzen mehrere Teilnehmende an Tischen, machen Notizen und hören zu.

Illustration einer Info-Veranstaltung

Manchmal stolpert man über einen Termin, ohne zu ahnen, dass er später einmal Bedeutung haben wird.

Bei mir war es eine Infoveranstaltung an der Fachhochschule Dortmund. Ein Samstagvormittag, ein Hörsaal im Fachbereich Wirtschaft, kein großes Versprechen. Nur ein Hinweis im Kalender: Infoveranstaltung MBA BWL für New Public Management.

Mehr nicht.

Ich erinnere mich noch gut an diese Phase, kurz bevor ich mich für das Studium entschied. Eigentlich lief alles. Ich den sichersten Job denkbar: im öffentlichen Dienst. Ich kannte die Abläufe, wusste, wie Sitzungen funktionieren, wie Vorlagen geschrieben werden, wie man durch einen Arbeitsalltag kommt, ohne große Überraschungen. Und trotzdem saß ich manchmal in Besprechungen und fragte mich, warum bestimmte Diskussionen immer wieder an derselben Stelle festhingen. Warum Veränderung so oft nach Mehrarbeit klang. Und warum ich selbst zwar fachlich sicher war, innerlich aber immer häufiger zögerte.

Wie will ich eigentlich arbeiten – heute und in Zukunft?

Diese Frage stellte sich nicht frontal. Sie tauchte auf zwischen E-Mails am späten Nachmittag, in Gesprächen auf dem Flur. In Momenten, in denen jemand sagte: „Das haben wir schon immer so gemacht.“ Ich merkte, dass Fachlichkeit allein mir nicht mehr reichte. Ich konnte Regelwerke anwenden, Zuständigkeiten erklären, Verfahren absichern. Aber konnte ich auch verstehen, warum Veränderung so schwerfällt – und vor allem was es braucht, damit sie trotzdem gelingt?

Der Gedanke an ein Studium kam leise. Und verschwand auch häufig schnell wieder. Berufsbegleitend? Neben dem Job? Wie kann ich das mit meiner Familie vereinbaren? Das klang nach Überforderung, nicht nach einer Lösung. Ich wusste wie voll meine Wochen, auf der Arbeit und auch im privaten. Und ich wusste, wie erst ich Dinge nehme, wenn ich sie beginne.

Die Infoveranstaltung begegnete mir eher zufällig. Eine Weiterleitung meiner Eltern. Ich meldete mich an, ohne große Erwartungen. „Ich höre mir das einfach an“, dachte ich. Nicht mehr.

Der Raum war unspektakulär. Unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Hintergründe. Manche wirkten sehr entschlossen, andere (so wie ich) eher vorsichtig. In meinem Kopf sammelten sich Fragen, die niemand stellte: Passe ich hierher? Ist das realistisch? Wird hier etwas beschönigt?

Was mir im Gedächtnis geblieben ist, war weniger das Gesagte als der Ton: Es ging nicht darum, jemanden zu überzeugen. Es ging um Einordnung, um Belastung, um Organisation und um Verantwortung. Um das, was machbar ist – und das, was anstrengend wird. Diese Ehrlichkeit wirkte. Sie war glaubwürdig und authentisch.

Reicht reine Fachlichkeit im öffentlichen Dienst noch aus?

Diese Frage begleitet mich seitdem durch mein Studium. Nicht nur mein Alltag hat sich verändert, sondern vor allem der Blick auf meinen Arbeit. Ich hörte anders zu und fragte auch anders. Nicht lauter oder besser – aber bewusster und gezielter. Ich begann zu verstehen, dass Verwaltung mehr ist als Regelbefolgung und Pflichterfüllung – viel mehr. Sie ist Entscheidung auch unter Unsicherheit.

Wer gestaltet Verwaltung von morgen  – und mit welchen Kompetenzen?

Noch habe ich keine endgültige Antwort gefunden. Ein Teil der Antwort lautet: „auch ich“. Was ich mittlerweile begriffen habe ist, dass Gestaltung mit einem Willen beginnt. Der Wille etwas verändern und bewirken zu wollen: mich und mein Umfeld. Zwangsläufig trifft man dann auch Menschen, die das auch wollen und so klammert man sich aneinander und beginnt die hohen Mauern zu erklimmen.

Nicht alles im Studium ist leicht. Es gab Phasen der Erschöpfung. Viele Abende mit Treffen meiner Kommilitonen, um Gemeinschaftsprojekte fertig zu machen. Wochen, in denen ich mich fragte, warum ich mir das zugemutet habe. Aber es gibt auch Momente, wo ich auf das Geleistete stolz bin.

Wo lernt man das überhaupt?

Vielleicht nicht an einem einzigen Ort. Vielleicht beginnt Lernen nicht erst im Hörsaal – sondern abends am Küchentisch, wenn Gedanken nachwirken. Oder im Arbeitsalltag, wenn man pötzlich Zusammenhänge erkennt, die zuvor nebeneinanderstanden.

Man lernt, indem man beginnt die Fäden zu sehen: zwischen Zuständigkeiten, Entscheidungen und Interessen. Indem man merkt, wo Routinen tragen – und wo sie Fragen verdecken. Und man lernt dort, wo Routinen tragen – und wo sie Fragen verdecken. Und man lernt dort, wo man anfängt, die unbequemen Fragen zu stellen. Die Fragen, die sich erst durch einen neuen Blick auf die Dinge ergeben. Nicht, um zu stören. Sondern, um besser zu verstehen. Und danach um zu stören 😊

Es ist noch nicht alles geklärt aber vieles ist klarer. Ich entscheide bewusster. Ich kenne meine Rolle im System besser – mit all ihren Grenzen. Und ich weiß, dass Weiterentwicklung selten mit großen Gesten beginnt.

Manchmal beginnt sie an einem Samstagvormittag.
In einem Raum an der Fachhochschule Dortmund.
Und damit, einfach zuzuhören.

 

Hinweis zur Info-Veranstaltung:

Die nächste Infoveranstaltung zum MBA Betriebswirtschaft für New Public Management findet am Samstag, den 7. März 2026, von 9:30 bis ca. 11:30 an der FH Dortmund im Fachbereich Wirtschaft statt:

FH Dortmund, Emil-Figge-Straße 44, 44229 Dortmund, Raum 050

Um eine Anmeldung wird gebeten. Diese und weitere Fragen könnt ihr telefonisch oder per E‑Mail an das Studiengangs-Management (Annette Rogowski) richten: annette.rogowski(at)fh-dortmund.de

Noch mehr Informationen über die Veranstaltung erhaltet ihr hier:

Und mehr Informationen über den Studiengang hier:

Die mobile Version verlassen