Website-Icon

MBA, Beruf und Familie – Geht das überhaupt? Ein persönlicher Erfahrungsbericht

Als ich mich für den MBA „Betriebswirtschaft für New Public Management“ entschieden habe, war mir bewusst, dass die kommenden Jahre anspruchsvoll werden würden. Beruf, Studium und Familie unter einen Hut zu bringen, klingt auf den ersten Blick nach einer großen Herausforderung. Was ich damals allerdings noch nicht wusste: Während meines Studiums würde unsere Familie noch einmal wachsen.

Heute bin ich Vater von zwei Kindern. Mein zweites Kind wurde zu Beginn des zweiten Semesters geboren. Vermehrt fragen mich viele Kolleginnen und Kollegen: „Wie machst du das?“

Die ehrliche Antwort lautet: Nicht immer perfekt.

Es gab Phasen, in denen die To-do-Liste länger war als der Tag. Arbeit, Abgabetermine, Prüfungen, Familienzeit und die vielen kleinen und großen Aufgaben des Alltags konkurrierten regelmäßig um Aufmerksamkeit. Gerade mit einem Neugeborenen zu Hause verlaufen Pläne manchmal anders als gedacht.

Trotzdem habe ich schnell festgestellt, dass das Verbundstudium gute Voraussetzungen bietet, um genau solche Lebenssituationen zu bewältigen. Die Möglichkeit, einen großen Teil der Lernzeiten flexibel zu gestalten, war für mich ein entscheidender Vorteil. Lernen am frühen Morgen, während des Mittagspausenfensters oder am Abend, wenn die Kinder schlafen – jeder entwickelt mit der Zeit seinen eigenen Rhythmus.

Besonders hilfreich war dabei die Unterstützung durch meine Familie. Ohne das Verständnis meiner Partnerin und die Bereitschaft, gemeinsam Prioritäten zu setzen, wäre vieles deutlich schwieriger gewesen. Gleichzeitig hat mir das Studium gezeigt, wie wichtig eine realistische Planung ist. Nicht jede Woche läuft nach Plan und nicht jedes Lernziel wird sofort erreicht. Das ist in Ordnung.

Auch der Austausch mit den Mitstudierenden hat geholfen. Viele von ihnen stehen vor ähnlichen Herausforderungen: Familie, Beruf, Ehrenamt oder andere Verpflichtungen begleiten sie durch das Studium. Zu merken, dass man mit seinen Herausforderungen nicht allein ist, motiviert zusätzlich.

Mit der jüngsten Weiterentwicklung des Studienkonzepts wird die Vereinbarkeit sogar noch einfacher. Die Präsenzveranstaltungen finden künftig ausschließlich samstags statt. Das schafft zusätzliche Flexibilität und erleichtert die Organisation des beruflichen und privaten Alltags noch einmal spürbar.

Mein persönliches Fazit nach zwei Semestern: Ja, ein berufsbegleitender MBA mit Familie ist anspruchsvoll. Aber er ist machbar. Man braucht Organisation, Unterstützung und manchmal auch etwas Gelassenheit, wenn nicht alles perfekt läuft. Dafür gewinnt man nicht nur fachlich dazu, sondern entwickelt auch Fähigkeiten im Zeitmanagement, in der Priorisierung und im Umgang mit komplexen Situationen – Kompetenzen, die sowohl im Beruf als auch im Familienleben wertvoll sind.

Wenn ihr also darüber nachdenkt, euch trotz familiärer Verpflichtungen für ein Studium zu entscheiden, möchte ich euch Mut machen. Es wird nicht immer einfach sein, aber es kann sich lohnen. Für mich war die Entscheidung bislang genau die richtige.

Viele Grüße

Euer Blog4Students-Team

Die mobile Version verlassen