Digital Leadership: Die Führungskraft der Zukunft
Liebe Leserinnen und Leser,
stellt euch vor, ihr arbeitet überwiegend im Homeoffice oder eure Führungskraft ist kaum noch vor Ort.
Was bedeutet das für die Führung von Mitarbeitern, wenn der direkte Austausch weniger wird? Welche Führungskompetenzen muss eine Führungskraft mitbringen, die digital führt? Und wie muss sich Führung generell verändern? Welche Herausforderungen und Chancen hat eine immer digitaler werdende Arbeitswelt für Führungskräfte?
Digital Leadership beschreibt einen neuen Führungsstil, der sich aktiv mit den Herausforderungen der digitalen Welt und den damit verbunden Änderungen im Führungsverhalten auseinandersetzt.[1] Ein Digital Leader ist mehr als eine klassische Führungskraft. Im besten Fall begleitet der Digital Leader seine Mitarbeitenden bei digitalen Veränderungsprozessen und steht ihnen zu jeder Zeit als Ansprechpartner zur Verfügung[2].
Zudem setzt er gezielt digitale Tools ein, um die Kommunikation und Zusammenarbeit im Team zu optimieren. Anstatt wie in der Vergangenheit Meetings in Präsenz abzuhalten, werden digitale Kanäle wie Microsoft Teams oder Zoom genutzt, um den Austausch zwischen den Teammitgliedern sicherzustellen.[3]
Welche Kompetenzen benötigt eine digitale Führungskraft?
Digitale Führungskräfte müssen eine Vielzahl von Kompetenzen aufweisen, um erfolgreich zu führen: Im Folgenden stellen wir einige zentrale Kompetenzen vor:
Digitale Kompetenz: Ein grundlegendes Verständnis der wichtigsten eingesetzten Tools ist unerlässlich.[4]
Agilität und Anpassungsfähigkeit: Die Fähigkeit, schnell und flexibel auf Veränderungen zu reagieren, ist in der heutigen schnelllebigen Welt essenziell. Agilität ist auch in der Zusammenarbeit entscheidend. Regelmäßige Updates können Prozesse langfristig optimieren und auch schneller vorantreiben[5].
Klassische Führungskompetenzen: Auch, wenn sich Digital Leader an die Digitalisierung anpassen müssen, dürfen wichtige klassische Führungskompetenzen, wie Empathie und transparente Kommunikation[6] nicht vernachlässigt werden. Denn die Motivation und die Einbindung der Mitarbeiter haben Einfluss auf den Erfolg der Projekte.[7]
Change-Management: Eine der größten Herausforderungen besteht darin, Widerstände gegen Veränderungen zu erkennen und aktiv zu überwinden. Digital Leadership beinhaltet die Fähigkeit, den Wandel aktiv zu gestalten und das Team durch diesen Prozess zu führen. Dabei können regelmäßiger Austausch und Feedbackrunden förderlich sein.[8]
Herausforderungen und Chancen des Digital Leaderships
Während die Digitalisierung nicht nur neue Möglichkeiten der Mitarbeiterführung und Zusammenarbeit liefert, stellt es aktuelle und zukünftige Führungskräfte auch vor Herausforderungen. Im Folgenden einige zentrale Herausforderungen:
Herausforderungen
- Vertrauensaufbau und Motivation auf Distanz: Durch die Distanz des Teams aufgrund der vermehrten Homeoffice-Anteile muss die Führungskraft dafür sorgen, dass das Vertrauen weiterhin bestehen bleibt. Die Erhaltung der intrinsischen Motivation der Mitarbeitenden bleibt weiterhin entscheidend – auch remote. Führungskräfte sollten regelmäßig Feedback geben, Wertschätzung zeigen und klare Ziele vermitteln, um die Identifikation mit der Organisation zu stärken.[9]
- Veränderte Anforderungen an Kommunikation: Dadurch, dass sich der direkte Kontakt zwischen der Führungskraft und seinen Mitarbeitenden hauptsächlich auf digitale Kommunikationskanäle beschränkt, ist eine der wichtigsten Anforderungen die Kommunikation untereinander.[10]
Chancen
- Mehr Flexibilität: Durch das ortunabhängige Arbeiten und die vermehrten digitalen Kommunikationskanäle können Prozesse flexibler gestaltet werden.
- Schnellere Prozesse: Durch digitale Kommunikation und die ständige Erreichbarkeit können Prozesse zügiger vorangetrieben werden.
- Effizientere Zusammenarbeit: Die verschiedenen Tools ermöglichen eine schnellere Dokumentation und ein gemeinsames Arbeiten an Dokumenten.[11]
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Digital Leadership eine notwendige Weiterentwicklung klassischer Führungsmodelle darstellt und zukünftig immer mehr an Bedeutung gewinnen wird.
Die erfolgreiche Umsetzung von Digital Leadership verbindet Knowhow mit emotionaler Intelligenz, fördert eigenverantwortliches Arbeiten der Mitarbeitenden und schafft eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Auch über Distanz.
Wichtig ist es, dieser neuen Form von Führung offen gegenüberzustehen, denn wer es schafft, digital zu führen, der kann die Zukunft des Arbeitens aktiv mitgestalten.
Euer Blog4Students Team
[1] Vgl. Asana, „Digital Leadership“, Asana, https://asana.com/de/resources/digital-leadership (abgerufen am 7. Mai 2025)
[2]Vgl. Schmelcher: Führung 4.0: Was Führungskräfte morgen können müssen, in: weka, 2019.
[3] Vgl. Gourmelon et al. Personalmanagement im öffentlichen Sektor. Grundlagen und Herausforderungen, 2019 S.199 und S. 242
[4] Vgl. Vgl. Barmer, „Digital Leadership“, Barmer, https://www.barmer.de/firmenkunden/gesund-arbeiten/gesundheitswissen-arbeitgeber/arbeit-digitalisierung/digital-leadership-1290916 (abgerufen am 7. Mai 2025).
[5] Vgl. ebenda.
[6][6] Vgl. Gourmelon et al. Personalmanagement im öffentlichen Sektor. Grundlagen und Herausforderungen, 2019 S.199 und S. 242.
[7] Vgl. Barmer, „Digital Leadership“, Barmer, https://www.barmer.de/firmenkunden/gesund-arbeiten/gesundheitswissen-arbeitgeber/arbeit-digitalisierung/digital-leadership-1290916 (abgerufen am 7. Mai 2025).
[8] Vgl. Knappertsbusch und Wisskirchen, Die Zukunft der Arbeit: New Work Mit Flexibilität und
Rechtssicherheit Gestalten, 2023, S.233
[9] Vgl. Weibler, Homeoffice – Führen aus der Distanz, in: Leadership Insiders, 2020.
[10] Vgl. Gourmelon et al. Personalmanagement im öffentlichen Sektor. Grundlagen und Herausforderungen, 2019 S.199 und S. 242.
[11] Digitales Institut: Die wichtigsten Kompetenzen für digitale Führungskräfte, online verfügbar unter: https://digitales-institut.de/die-wichtigsten-kompetenzen-fuer-digitale-fuehrungskraefte/ (letzter Zugriff: 8. Mai 2025).
