Masterabschluss und nun? – Zugangsmöglichkeiten zur LG 2.2 im Geschäftsbereich des IM NRW

Der ein oder andere hat sich sicherlich schon einmal mit der Frage auseinandergesetzt, wie es nach dem erfolgreichen Abschluss des Masterstudiums weitergehen kann. Soweit ein Wechsel in das zweite Einstiegsamt der Laufbahngruppe 2 angestrebt wird, könnten die nachfolgenden Möglichkeiten, die im Geschäftsbereich des IM NRW aktuell vorherrschen, von Interesse sein. Die Handhabung der nachfolgenden Maßnahmen in der Kommunalverwaltung oder anderen Ressorts kann möglicherweise von der nachfolgenden Beschreibung abweichen.

Modulare Qualifizierung im Sinne des § 25 LVO NRW

Die Teilnahme an der modularen Qualifizierung setzt keinen weiteren Hochschulabschluss voraus. Die Bewerber für dieses Verfahren müssen sich mindestens seit zwei Jahren in der Besoldungsgruppe A12 oder in der Besoldungsgruppe A13 (LG 2.1) befinden. Für die Teilnahme an der modularen Qualifizierung ist eine Beurteilung mit 5 Punkten (A12) oder eine Beurteilung von 4 bzw. 5 Punkten (A13) erforderlich. Ferner bedarf es eines schlüssigen Votums der Stammdienststelle, wonach dessen Beamter nach Eignung, Leistung und Befähigung in besonderer Weise für Ämter der LG 2.2 in Betracht kommt.

Für die Teilnahme an der modularen Qualifizierung muss ferner ein Assessmentcenter bestanden werden, im Rahmen dessen die überdurchschnittliche Ausprägung der folgenden Kompetenzen nachzuweisen ist:

  • Kommunikationsfähigkeit,
  • Konfliktfähigkeit,
  • Wertschätzung,
  • Fähigkeit zur Strukturierung und Steuerung von Prozessen,
  • Problemlösekompetenz und Veränderungskompetenz,
  • Fähigkeit, sich und andere zielgerichtet zu motivieren.

Bei erfolgreichem Bestehen des AC-Verfahrens wird der Bewerber zur Teilnahme an der modularen Qualifizierung zugelassen.

Die Qualifizierung wird von der Fortbildungsakademie in Herne ausgerichtet und findet an 40 Präsenztagen statt. Die Inhalte der modularen Qualifizierung sind der Erwerb von:

  • rechtlichen Kompetenzen,
  • finanziellen und wirtschaftlichen Kompetenzen,
  • persönlichen Kompetenzen sowie
  • organisatorischen Kompetenzen.

An die Qualifizierung schließt eine 10-monatige Erprobung an. Diese Phase ist im Geschäftsbereich des IM NRW in zwei Abschnitte zu je 5 Monaten aufgeteilt. Dabei müssen sich die Bewerber in zwei anderen Dienststellen außerhalb ihrer Stammdienststellen in einem Amt der LG 2.2 bewähren. Sobald die Erprobungsphase erfolgreich abgeschlossen wurde, wird die Laufbahnbefähigung für die LG 2.2 durch das IM NRW festgestellt. Ein Anspruch auf Beschäftigung in der LG 2.2 ist damit jedoch nicht verbunden.

Weiterführende Informationen https://fah.nrw.de/modulare-qualifizierung

Qualifizierung durch Masterstudium im Sinne des § 26 LVO NRW

Erstmals hat das IM NRW im Jahr 2021 von der Qualifizierungsmöglichkeit im Sinne des § 26 LVO NRW Gebrauch gemacht. Ähnlich der modularen Qualifizierung verbleibt der Beamte oder Beschäftigte in seinem aktuellen statusrechtlichen Amt oder seiner Entgeltgruppe und qualifiziert sich durch den Abschluss eines Masterstudiums und einer anschließenden zehnmonatigen Erprobung für den Einsatz in der LG 2.2.

Für das Jahr 2021 wurde das Verfahren zur Teilnahme an diesem Verfahren im Geschäftsbereich des IM NRW per Erlass geregelt. Danach standen 10 Plätze im Geschäftsbereich zur Verfügung, die im Rahmen der Bestenauslese vergeben wurden. Bewerben konnten sich Beamte der Besoldungsgruppen A10 und A11 mit einer Dienstzeit von mindestens 3 Jahren und einer Beurteilung mit mindestens 4 Punkten (A11) bzw. mindestens 5 Punkten (A10). Es gilt ein 5er-Beurteilungssystem. Weiterhin muss ein erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss mit verwaltungswissenschaftlichen Schwerpunkt und mindestens dem Gesamtergebnis 2,7 „befriedigend“ vorliegen.

Die Beurteilung floss zu 70% in das Ranking ein. Die übrigen 30% wurden mit Hilfe eines Onlinetestergebnisses ermittelt. Die ersten 10 Personen des Rankings wurden anschließend zu einem eintägigen AC-Verfahren eingeladen, um die Eignung der Bewerber zu überprüfen. Im Falle des Nichtbestehens rückt die nächste Person auf der Liste nach.

Das Regelverfahren sieht vor, dass der Bewerber anschließend einen Masterstudiengang absolviert, der den Ansprüchen des Erlasses genügt. Auf Antrag konnten auch bereits absolvierte Studiengänge anerkannt werden. Hervorzuheben ist, dass der Studiengang Betriebswirtschaftslehre für New Public Management (BFN MBA) der FH Dortmund vom IM NRW im Rahmen einer Prüfung als geeignet anerkannt worden ist. In diesem Fall muss vom Bewerber kein weiterer Studiengang abschlossen werden.

An das Studium oder die Anerkennung schließt sodann eine 10-monatige Erprobungsphase an. Diese entspricht der Erprobungsphase der modularen Qualifizierung. Ein Anspruch auf anschließende Beschäftigung in der LG 2.2 besteht auch hier nicht.

Wie sich das Handhabung in den kommenden Jahren gestaltet bleibt abzuwarten.

Verwaltungsreferendariat

Das Verwaltungsreferendariat stellt den Vorbereitungsdienst für das zweite Einstiegsamt der Laufbahngruppe 2 (ehemals höherer Dienst) dar. Der an der FH Dortmund erworbene Masterabschluss erfüllt die Zulassungsvoraussetzung für das Referendariat, soweit dieser mindestens mit der Note „befriedigend“ abgeschlossen wurde.

Das Verwaltungsreferendariat umfasst den zweijährigen Vorbereitungsdienst sowie die abschließende Staatsprüfung. Während dieser Zeit erhalten die Referendare eine Vergütung nach den Anwärterbezügen der Besoldungsgruppe A13 LBesO NRW (aktuell ca. 1.500€). Das Beamtenverhältnis der LG 2.1 kann für das Verwaltungsreferendariat ruhend gestellt werden, sodass eine Entlassung nicht erforderlich ist. Damit besteht die grundsätzliche Möglichkeit zur späteren Rückkehr in das Beamtenverhältnis der LG 2.1.

Der Vorbereitungsdienst teilt sich ca. zur Hälfte in einen theoretischen und einen praktischen Teil auf. Der theoretische Teil wird am Institut für Öffentliche Verwaltung NRW in Hilden und der Deutschen Verwaltungshochschule Speyer absolviert. Die praktischen Abschnitte verteilen sich auf einen Einsatz bei einer Bezirksregierung, einer Wahlstation im öffentlichen Sektor und einer Station im Verwaltungsgericht in NRW.

Nach erfolgreichem Abschluss des Referendariats sind die Absolventen berechtigt den Titel Verwaltungsassessor zu tragen. Im Geschäftsbereich des IM NRW ist für den Einstieg in die LG 2.2 ferner das Bestehen eines Assessmentcenters erforderlich.

Weiterführende Informationen: https://karriere.nrw/berufsbeschreibungen/40afade8cd0b468abd3d0c95d78d8a50

Insgesamt lässt sich festhalten, dass nach dem Masterstudium verschiedene Möglichkeiten im Geschäftsbereich des IM NRW zur beruflichen Entwicklung in die LG 2.2 bestehen. Positiv herauszustellen ist dabei, dass der Studiengang der FH Dortmund, für die Wege die einen Masterabschluss voraussetzen, anerkannt ist.

Gastbeitrag von Sebastian Schöbel